Rechtslage zur Gentechnik in der EU

In unserem jüngsten Webinar haben wir einen Überblick über den EU-Vorschlag zur Regulierung neuer genomischer Techniken in der Pflanzenzüchtung erhalten.
Anna Borràs und Ilaria Ciabatti von der Europäischen Kommission stellten den rechtlichen und politischen Rahmen vor, der die Regulierung neuer genomischer Techniken in der Pflanzenzüchtung prägt. Sie gaben einen Überblick über die bestehenden EU-Rechtsvorschriften, hoben deren Kernprinzipien wie Risikobewertung, Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung hervor und erläuterten, warum die jüngsten wissenschaftlichen Entwicklungen deren Angemessenheit in Frage gestellt haben.
Auf der Grundlage umfassender Studien und mehrerer Folgenabschätzungen beschrieben die Referentinnen die Gründe für den neuen Vorschlag. Sie betonten, dass bestimmte aus neuen Züchtungsverfahren gewonnene Pflanzen mit konventionell gezüchteten Pflanzen gleichwertig sein können, während andere weiterhin einer behördlichen Aufsicht bedürfen. Der Vorschlag der EU würde somit zu einem zweistufigem System führen, das zwischen Pflanzen, die ähnlich wie konventionelle Kulturpflanzen behandelt werden, und Pflanzen, die weiterhin den angepassten GVO-Vorschriften unterliegen, unterscheidet.
Die abschliessende Diskussion befasste sich mit Herausforderungen bei der Umsetzung, darunter Nachweismethoden, Schwellenwerte für genetische Veränderungen und internationale regulatorische Unterschiede. Die Teilnehmenden reflektierten zudem über Unsicherheiten hinsichtlich der Marktakzeptanz und der praktischen Anwendung der neuen Kategorien und unterstrichen die Bedeutung einer kontinuierlichen Überwachung und der Einbindung von Interessengruppen.
Aufzeichnungen der NRP-84-Webinare sind auf Anfrage erhältlich.